Bericht Männer

Bramstedter Männerhandball lebt wieder

In Bramstedt gibt es wieder ansehnlichen Männerhandball, und das liegt nicht nur an dem
ausnahmslos guten Aussehen der Spieler.

Wir sind im letzten Jahr beinahe noch aufgestiegen, waren letztendlich aber nicht gut
genug, um Owschlag Paroli bieten zu können. Es war eine Corona-Saison. Wir hatten
unser Ziel mit dem Erreichen der Aufstiegsrunde schon sicher erreicht, denn dadurch war
ein Abstieg nicht mehr möglich. Auch im letzten Jahr waren wir fast nur mit A-
Jugendlichen unterwegs, die nebenbei auch noch Vizemeister in der Oberliga wurden.
Nach der Saison verließen uns wieder einmal wichtige Spieler, entweder um den nächsten
Karriereschritt zu machen, liebe Grüße an Jari, oder einfach keine Lust mehr hatten, die
Mühen des Trainings und der Anreisen auf sich zu nehmen, Grüße an Lukas, Andre,
Dennik, Tristan, Sören.

Für die neue Saison war klar, dass die Belastung für die A-Jugendlichen noch höher
werden würde, da der Kader immer kleiner wurde, der in beiden Mannschaften eingesetzt
werden kann. Die Jungs und wir Trainer wollten aber auf jeden Fall den Versuch unternehmen, beide
Mannschaften am Leben zu halten.

Wir wurden in die Landesliga Süd gesteckt, wobei wir überhaupt keine Ahnung hatten, mit
welchen Mannschaften wir es zu tun bekommen werden, hatten wir zuvor doch immer in
Nord gespielt. Die Saison begann für uns mit einem Heimspiel gegen die Reserve von Aumühle, die eine
qute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern an den Start brachte. Wir konnten
dieses Spiel gewinnen, weil unsere Torhüter sich mehrfach weigerten, die Bälle passieren
zu lassen. Am Ende ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg.

Gegen Wagrien ging es dann schon gegen eine Truppe, die in den letzten Jahren immer
im oberen Drittel stand. Zu diesem Spiel gesellten sich auch zwei Herrenspieler wieder zu
uns, Andre und Lukas wollten die Wochenenden wieder mit herumrennen verbringen.
In Wagrien gewannen wir mit zwei Toren Differenz, was den Spielverlauf nicht ganz
widerspiegelt. Dort wurde unsere Variabilität in der Abwehr erstmals belohnt. Durch die
zusätzlichen Spieler waren wir auch besser in der Lage, ein permanent hohes Tempo zu
gehen.

Bei unserem nächsten Ausflug nach Schwarzenbek sollten wir dann deutlich merken, wie
schwer es einigen Männern fällt, sich von jungen Burschen überlaufen zu lassen.
Grobe Gangart schön und gut, aber was dort passierte, war nicht mehr mit gesunder
Härte zu rechtfertigen. Glücklicherweise konnten wir uns wieder auf unsere Torhüter
verlassen und behielten erstmals in kritischen Situationen die Ruhe und konnten die
Crunchtime bestimmen. Am Ende war es ein Sieg mit 5 Toren, und geschätzten 30
Blessuren, die durch den Sieg natürlich deutlich leichter wurden.

Ein Heimspiel gegen Stockelsdorf sollte der erste wirkliche Gradmesser für uns sein. In
Stockelsdorf spielen einige Spieler, die zuvor in Schwartau aktiv waren, so dass Thoschy
einige alte Bekannte traf. Rechtzeitig zu diesem Spiel wurde uns von der Stadt die
Benutzung der Backe verboten, was nicht nur bei den Stockelsdorfern für den einen oder
anderen technischen Fehler mehr sorgte. Im Spiel konnten wir wieder unsere Agilität mit
einer sehr offensiven Denkungsweise nutzen. Bei einem wirklich guten Gegner mussten
wir sehr konzentriert und diszipliniert zu Werke gehen. Unser Sieg mit 6 Toren war dann
das Ende eines wirklich guten Männerspiels, da beide Mannschaften auch Handball
spielen wollten und konnten. In diesem Spiel kam Tom Müntel erstmals zu einem
Kurzeinsatz, nachdem auch er entschieden hatte, das Wochenenden ohne Herumrennen
doof sind.

Schon sind wir bei Spiel fünf. In Plön wurden wir auf eine ganz harte Geduldsprobe
gestellt. Wir kennen die Plöner aus zahlreichen Trainings- und Testspielen, so dass es kaum Überraschungen über die Spielweise und Möglichkeiten gab. Wir standen gefühlte
45 Minuten in der Abwehr und mussten dem Gegner bei ihrem ständigen 7 gegen 6 wenig
Räume bieten. Es war sicherlich nicht unser schönstes. aber sicherlich das dominanteste
Spiel. Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit jeden Fehler der Plöner bestraft und uns
so eine beruhigende Führung erspielt, die nie in Gefahr geriet. Ohne Tom und in der
Fremde, war dies eine wirklich gute Leistung.

Mönkeberg schicket dann ihre Reserve zu uns. Die physisch sehr starken Spieler hatten
glücklicherweise sehr viele Probleme mit der fehlenden Backe, die wir dann so schnell in
Tore ummünzen konnten. Die durchweg erfahrenen Spieler taten sich mit zunehmender
Spieldauer immer schwerer, sich schnellstmöglich durch die Halle zu bewegen, während
wir immer mehr Gefallen am Tempospiel fanden. Der Sieg fiel am Ende sehr deutlich aus.

Das vorerst letzte Kapitel der noch jungen Saison schrieben wir gestern mit einem Sieg
gegen die Schwartauer Reserve. Auch den Jungs viel es schwer, die fehlende Backe
durch ausreichend Spucke zu ersetzen. Viele der Spieler waren einmal Teil der
Jugendbundesliga, wussten also, wie Handball geht. Wir hatten uns einen Plan
zurechtgelegt, der sehr viel Disziplin und Tempo erforderte. Es ist immer schön, wenn ein
Plan aufgeht. Wir hatten in der ersten Halbzeit wenige Fehlwürfe, so dass Schwartau von
Beginn an einem Rückstand nachlaufen musste. Sie änderten ihre Deckungsformation,
das Personal und Zack schon bekamen wir Schwierigkeiten. Die Ein- und Umstellung
dauerte zu lange und wir produzierten zu viele technische Fehler.
In der zweiten Halbzeit bestand kurz die Gefahr, das dies Spiel noch kippen könnte,
Gefahr wurde aber abgewandt. 12 zu null Punkte nach dem 6. Spieltag. Das nennt man
dann wohl optimal.

Ich weiß nicht, was die Saison noch für uns bereit hält, aber wir versuchen einen
schnellen, technisch anspruchsvollen Handball zu spielen. Dies ohne Backe zu machen
ist nicht eben einfacher. Es macht im Moment sehr viel Spaß mit diesen Jungs zu
arbeiten. Mit Tom, Andre und Lukas sind drei Spieler zurückgekehrt, die uns nicht nur
zahlenmäßigen verstärken. Diese Jahrgänge haben in den letzten Jahren von einer sehr
guten Ausbildung profitiert, haben sie aber auch durchgehend genutzt. Schnappen und
Schmeißen ist so nur möglich, wenn ich bereit bin, mich täglich zu verbessern.
Mit einem Altersdurchschnitt, der nicht einmal durch die Trainer an die 30 käme, können
wir noch eine ganze Menge erwarten.

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